Montag, 28. Mai 2007


Hallo zusammen,

angekommen in Arrial de Ajuda bei Porto Seguro. Kaum 200 km Luftlinie zurueckgelegt und schon ist das Wetter (und vorallem das Meer) deutlich kuehler. Dafuer kann man auch mal wieder klar denken. Arrial ist mal so richtig ein Touridorf, aber: Auch richtig lecker schwarzer Kaffee und ungepoekeltes Fleisch.
Aus bisher unerfindlichen Gruenden trinken die Brasilianer naemlich selbst fast ausschliesslich miesen und dazu (entgegen aller Reisefuehrerschwaermereien) auch noch voellig duennen Kaffee. Ferner essen sie, aus uns (vorallem Obi) noch wesentlich unerklaerlicheren Gruenden, ihr Carne vom Rind gepoekelt. Man stelle sich das mal vor(!): Lecker Rumpsteak voellig salzig und dazu tief-braun (Der geneigte Fleischkenner wird die tiefe Trauer die einen in solchen Momenten befaellt nachvollziehen koennen).
Hier also gibt es zu voellig unverschaemten Preisen (ungefaehr dem monatlichen Mindestlohn in Brasilien) bei einem Argentinier also endlich mal ein feines Filet Mignon (zugegebenermassen auch eines der besten die wir jemals gegessen haben).

Generell sei erwaehnt, dass Brasilien als Reiseland - verglichen mit Berichten anderer - preislich scheinbar angezogen hat. Im Groben kostet bei uns in Euro dasselbe hier in Real (also effektiv alles ca. ein Drittel, verglichen mit z.B. Bolivien - ein Essen ca. 30 Cent - muss man hier - als Student - schon etwas aufs Geld achten). Transport ist etwa so teuer wie innerhalb Europas.

Begruesst wurden wir in Arrial morgens um neun - gerade mit dem Bus angekommen - von einem voellig besoffenen Musiker, der die Nacht durchgefeiert hatte. Er zeigte uns seine Pousada (Hotel) bei Michael (da sind wir jetzt auch) und nahm uns noch am Abend mit auf eines seiner Konzerte. Ein Spass. Im Nachhinein stellte er sich allerdings als etwas seltsamer Vogel heraus ("Thats the true Rock and Roll Baby!" und im Endeffekt doch nur Alleinunterhalter mit Band). Michael (vermutlich in den mittfuenfzigern) ist einer der seltenen wirklich gebildeten Expats und wenn man auf so jemanden stoesst und er dazu auch noch deutsch spricht, kann man innerhalb eines Abends mehr ueber ein Land erfahren als in einigen Wochen des Reisens (Wenn man der Landessprache nicht maechtig ist).

Morgen geht der Flug nach Rio de Janeiro, wir freuen uns riesig, Beach-Touri-Doerfchen koennen doch sehr schnell langweilig werden. Am 6. Juni geht es dann quer durch Brasilien, ca. 3000 km (?) gen Norden an den Aequator nach Belem am Amazonas.

Liebe Gruesse,
Lilli und Obi.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo ihr beiden,

ich bin ja nun wahrlich kein Fleischexperte, aber trotzdem bin ich der Meinung, dass in Bra schon ganz leckere Rinderhälften zu ergattern sein sollten. Geht mal zu einem ordentlichen Churasco (am besten natürlich mit Rodizio). Soweit ich weiß ist der Nordosten ja sowieso eher für seinen Fisch berühmt. Habt ihr mal Moqueca probiert? Das ist so ein Fisch-Kokosmilch-Eintopf, der extrem lecker sein soll. Ansonsten natürlich immer ordentlich frisch gepresste Säfte trinken.

An den Preisen ist wohl in erster Linie dieser scheiß Wirtschaftsaufschwung schuld.

Viel Spaß dann mal in Rio. Wenn ihr noch unverplante Tage habt, dann kann ich euch noch gerne ein paar Tips schicken.

Grüße
Sascha

Anonym hat gesagt…

Nochwas zum Thema wässriger Kaffee: nächstes mal einen caffezinho (sprich: "Kaffesinjo") bestellen. Der ist auf jeden Fall kräftiger aber leider auch oft schon vorgezuckert (genauso wie die frisch gepressten Säfte). Also "Sem Açucar" (sprich: "sei assukar")

Na denn Prost